Krankheitsbild:

Ziel der therapeutischen Apherese mit Immunadsorbern ist das Entfernen von pathogenen Antikörpern bzw. Autoantikörpern und zirkulierenden Immunkomplexen aus dem Patientenplasma. Diese sind vielfach im Krankheitsgeschehen immunologischer Erkrankungen bedeutsam. In der Behandlung bestimmter Autoimmunerkrankungen oder antikörpervermittelter Transplantatabstoßungen wird daher die Immunadsorption als therapeutische Maßnahme eingesetzt. Die bei der Immunadsorption verwendeten Adsorbersysteme können sich u. a. in ihren Liganden und weiteren Eigenschaften unterscheiden. Fresenius Medical Care Adsorber Tec GmbH stellt verschiedene Immunadsorber her. Diese Immunadsorber können alle nur mit Plasma verwendet werden, daher muss hier immer vor Verwendung eine Plasmatrennung stattfinden. (Quelle: Fresenius Broschüre „Immunadsorption bei dilatativer Kardiomyopathie (DCM) sowie „Globaffin – der erste synthetische Breitband-Immunadsorber“)

Adsorber: GLOBAFFIN®

Der Immunadsorber GLOBAFFIN® ist der erste synthetische Breitband-Immunadsorber und enthält als Ligand das synthetische Peptid-GAM®. Es ist damit vollständig frei von tierischen Materialien. Das Peptid hat eine hohe Bindungsaffinität zu den Antikörpern (vorwiegende der IgG-Klasse). Um so viele Antikörper wie möglich zu entfernen, arbeiten während einer Behandlung immer zwei Adsorber abwechselnd. Während der eine adsorbiert wird der andere desorbiert (=regeneriert) und vice versa. Diese Regeneration kann so oft wie nötig während einer Behandlung stattfinden. Nach der Behandlung werden die Adsorber konserviert und am gleichen Patienten so oft wie nötig eingesetzt. (Quelle: Fresenius Broschüre „Globaffin – der erste synthetische Breitband-Immunadsorber“)

Adsorber: LIGASORB

Für die Immunadsorption bei akuten Autoimmunerkrankungen wurde speziell ein „single-use“ (= Einweg) Adsorber entwickelt, der in 2015 die Zulassung erhielt. LIGASORB enthält als Ligand ein rekombinantes (mittels Gentechnologie hergestelltes) Protein A. Pro Behandlung wird ein Adsorber verwendet, welcher während der Behandlung mehrfach regeneriert wird. Dies ermöglicht eine hohe Bindungsmenge von Antikörpern ähnlich der Doppelsäulen jedoch findet hier keine Konservierung der Adsorber nach Behandlung statt. LIGASORB wird nach der Behandlung sofort entsorgt.